The Buschenschank: A Complete Guide for Visitors
Was ist ein Buschenschank?
Ein Buschenschank ist ein Bauernhof oder Weingut, das den eigenen Wein ausschenkt und dazu kalte Speisen aus eigener Erzeugung serviert. Das Recht geht auf eine Verordnung von Kaiser Joseph II. aus dem Jahr 1784 zurück. Der Name kommt vom Buschen, einem Bündel aus Zweigen, das über dem Eingang hängt, wenn ausgeschenkt wird. In der Steiermark sagt man: Der Buschenschank hat ausg'steckt.
Man braucht keine große Vorbereitung. Hingehen, einen freien Platz suchen, an einem Holztisch sitzen. Manchmal teilt man den Tisch mit Fremden, die kurz nicken und wieder zu ihrem Glas zurückkehren. Warme Küche ist nicht der Punkt. Ein Buschenschank ist kein Restaurant, sondern ein Hof mit Wein, Brot, Speck, Käse und Zeit.
Buschenschank oder Heuriger? Die Idee ist ähnlich, das Wort regional verschieden. In Wien und Niederösterreich heißt es meist Heuriger, in der Steiermark Buschenschank.
Wie man bestellt
- Hinsetzen, wo Platz ist. Gemeinsame Tische sind normal.
- Ein Viertel bestellen — 250 ml Hauswein. Wer langsamer trinken will, nimmt ein Achtel. In der Weststeiermark fragt man nach Schilcher.
- Wenn Sie Hunger haben: Brettljause. Ein Holzbrett mit kalten Speisen vom Hof.
- Am Ende zahlen. Bargeld ist bei kleinen Betrieben oft einfacher als Karte.
Mehr braucht es nicht. Kein Sommelier, kein Menü, kein Tempo.
Was auf dem Brett liegt: die Brettljause
Eine Brettljause ist die klassische Bestellung. Je nach Hof kommen Verhackert, Speck, Hauswürstl, Käse, Bauernbrot, Kren, Essiggurkerl, ein hartes Ei, Frühlingszwiebeln und Steirisches Kürbiskernöl auf den Tisch. Das Öl ist dunkelgrün, nussig und regional geschützt. Auf Käse passt es. Auf Bohnen passt es. Eigentlich passt es fast überall.
Man darf einfach sitzen
Das ist wichtig, besonders wenn man aus Städten kommt, in denen jeder Tisch eine Transaktion ist. Im Buschenschank gehört der Nachmittag Ihnen. Es gibt keinen Mindestumsatz, keine zweite Belegung, niemand drängt. Ein Glas Schilcher kann von zwei Uhr bis zum langen Abendlicht reichen. Man bezahlt den Wein; die Zeit ist frei.
Was ist Schilcher?
Schilcher ist ein Rosé aus der Blauen Wildbacher-Traube. Er wird fast nur hier in der Weststeiermark erzeugt, im Schilcherland. Der Wein ist hellrosa bis kräftig rosé, trocken und deutlich säurebetont. „Sauer“ ist hier keine Beleidigung, sondern Stil. Zu Speck, Verhackert und Bauernbrot funktioniert diese Säure genau richtig.
Im Herbst gibt es außerdem Schilchersturm: halb vergorener, trüber, noch perlender Jungwein. Er schmeckt süßer, als er ist, und wirkt stärker, als man erwartet. Schilcher Sekt ist die prickelnde Variante und oft deutlich besser, als sein Bekanntheitsgrad vermuten lässt.
Wann hingehen
- Frühling und Sommer: langes Licht, blühende Wiesen, die meisten Buschenschänke geöffnet.
- Ernte und Sturm: Ende September und Oktober. Neuer Wein, gefärbte Blätter, Sturm auf vielen Tischen. Am Wochenende ist mehr los; unter der Woche ist es ruhiger.
- Winter: Viele Buschenschänke schließen oder öffnen nur an bestimmten Wochenenden. Vorher nachsehen oder anrufen.
Öffnungszeiten sind saisonal und manchmal eigenwillig. Das gehört dazu, verlangt aber ein wenig Planung.
Siehe auch: Was ist Schilcher?, Zu Fuß zu den Weingütern in Gundersdorf, Essen & Trinken und Saisonführer.